Heute schrieb der Historiker Rudolf Trefzer im Magazin über den Olivenölbeschiss. 9 von 10 Flaschen Olivenöl mit dem Etikett "extra vergine" enthalten Öl von minderwertiger Qualität und genügen den EU-Bestimmungen nicht. Trefzer verweist auf die Zeitschrift Merum bzw. auf deren Website http://www.merum.info.

Dort findet man z.B. folgendes:
Kommentar: 77 Topöle aus Italien
Wenn die Tester bei 284 von 361 Ölen mehr oder weniger schwerwiegende Fehlaromen feststellten und nur 77 als Extra Vergine akzeptierten, dann darf das nicht weiter erstaunen. In Merum weisen wir immer wieder darauf hin, dass bei korrekter Auslegung des geltenden Gesetzes rund 95 Prozent der im Handel befindlichen „Extra Vergine“ in Wirklichkeit umetikettiert werden müssten. Oft handelt es sich in Wirklichkeit um einfaches Vergine, nicht selten gar um gemeines, nicht verkehrsfähiges Lampantöl. Vor diesem Hintergrund nehmen sich die gut 20 Prozent selektionierter Öle eines nicht optimalen Jahrgangs (mehr zum Jahrgang siehe weiter unten) gar nicht schlecht aus.

Leider prägt die Übermacht der schlechten Öle nicht nur den Geschmack der Verbraucher, sondern lähmt auch den Qualitätswillen der Produzenten. Die landwirtschaftlichen Ölproduzenten müssen sich im Markt mit den Billigölen der industriellen Abfüller messen.
Ein einfacher Test, um die Spreu vom Weizen zu trennen, wäre den Polyphenol-Gehalt zu messen. Laut Merum sollten echte Extra-Vergine-Öle pro Liter 300-500 Milligramm Polyphenole enthalten. Groteskerweise wird aber der Polyphenol-Gehalt von der EU nicht als Beweismittel anerkannt. Laut Trefzer hat die Lobby der Ölindustrie das bisher verhindern können.

Zum ausführlichen Dossier Olivenöl 2003 (PDF). Weitere Informationen und Dossiers findet man auf oelkampagne.de.