26/11 ARE U QR? - Mobile Tags für lokale Produkte

Image: Treehugger | Webadresse des QR-Codes
Worldchanging berichtet über den Trend Handys zu benützen, um Esswaren zu identifizieren bzw. auf den Produzenten zurückzuführen (Using Cell Phones for Food Traceability). Nach den Nahrungsskandalen der letzten Jahre mit dem Rinderwahnsinn als Kumulationspunkt, besinnen sich die wohlgenährten Menschen der ersten Welt wieder zurück aufs Lokale und Nahe (siehe Lokal Essen - Eat Local Challenge).
Doch wie weiss ich, wenn ich z.B. im Migros oder Coop stehe, woher das Gemüse oder Geflügel genau kommt? Eine Etikette ist ja schön und gut, aber meist ziemlich nichtssagend. In Japan setzen die lokalen Bauern und Produzenten auf QR-Codes, auch Mobile Tags genannt. Die Verpackungen der Produkte werden mit solchen QR-Codes getaggt:
Bild: Link auf die Handy-Version dieses Beitrags, siehe QR-Code Generator
Mit einem Handy, dass eine Dekodierungssoftware für QR-Codes enthält (siehe den Kaywa Reader), kann ich dann diesen QR-Code lesen und direkt via Handy auf eine mobile Site zugreifen.
In Japan hat die Food Safety Commission herausgefunden, dass japanische Konsumenten seit der Einführung der QR-Codes auf Lebensmitteln, die lokalen Produkte den anderen bei weitem vorziehen. Ausländische Produzenten sollten sich dessen bewusst sein bei der Einführung neuer Produkte auf dem japanischen Markt.
Ohne Backstory, auf die einfach - und einfach heisst in diesem Fall mit einem normalen Handy - zugegriffen werden kann, werden es Produkte schwer haben. Die Konsumenten erwarten heute Informationen zum Ort und Zeit der Produktion, zum Produkt und zu den Produzenten (und ohne Foto gehts immer weniger).
PS:
Wie unglaublich faszinierend Landwirtschaft sein kann, z.B. die Reiskultur, kann man auf beste Art und Weise selbst herausfinden im vierstündigen Dokumentarfilm Die Geschichte des Dorfes Magino (Sennen Kizami No Hidokei: Magino-Mura Monogatari, 1987) von OGAWA Shinsuke. Ich habe den Film vor rund 10 Jahren am ersten Vision du Réel von Jean Perret gesehen. Etwas zum Film auf englisch findet man hier.
PS2: Kaywa, wo ich arbeite, stellt den Kaywa Reader her. Mehr dazu im Kaywa Blog.
PS3: ARE U QR? Den Spruch hab ich vom QR-Quiz geklaut, der am Fest von AD stattfand.
PS4: Update: Ich fand gerade noch diesen Artikel zum Thema aus Neuseeland.



Kommentare
in japan ist mittlerweile wirklich auf jeder packung und einfach überall dieses zeug drauf.
und für japaner ist es wirklich wichtig, woher die lebensmitteln stammen.
a propos reisanbau... hast du schon mal den reis aus uonuma-niigata gegessen!? es ist einfach der hammer. meine mutter "importiert" diesen reis immer aus japan. denn es ist im ausland nicht käuflich.
ich fliege morgen nach japan! ich freue mich auf das gute essen!!! mmm,
bis bald,
keiko
Mir wärs eigentlich auch wichtig. Jetzt muss man nur noch die Bauern damit überzeugen;)
Den Reis von Uonuma-Niigata würde ich gerne mal essen, leider hatte ich noch nie die Möglichkeit. Wenn Deine Mutter mal ein paar Kilos zuviel hat, bin ich sehr daran interessiert:)
Wow! Ich wünsche Dir alles Gute. Willst Du nicht berichten, was Du alles Gutes isst.
Schick mir ein Mail, ich publizier es hier. Oder eröffne Dir ein eigenes Gratisblog auf http://www.moblog.ch
Liebe Grüsse
Roger
Mein V3i scheint ja in diesen Dingen so nützlich, wie ein Ziegelstein zu sein.
Wo hast Du Probleme? Der Code selbst muss genügend gross sein. D.h. der obere von Treehugger (Text und URL) kann ich mit meinem Nokia lesen, ist aber wohl für Dein Vx problematisch, der untere hingegen sollte gut lesbar sein. Geh auch auf qrcode.kaywa.com , um die Codes auszuprobieren.
Für weitere technische Fragen, kannst Du ein E-Mail an reader [at] kaywa [dot]com schreiben.
Am schönsten funktionieren übrigens die Nokias der Serie 60, siehe:
hier und da
Beispiel eines QR-Code getaggten Produkts fand ich vorvorgestern bei Nishi:
QR Code auf Tsukemono-Packung